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Ausgabeaufschlag

Was man unter einem Ausgabeaufschlag versteht, wann er fällig wird, warum er erhoben wird und was man dabei unbedingt beachten sollte.

Ausgabeaufschlag

Ausgabeaufschlag (Foto: Jack Frog | Shutterstock)

Der Ausgabeaufschlag ist ein Kostenfaktor für den Kauf von Investmentfonds. Die Anlage in diesen Fonds ist vor allem für Laien die beste Möglichkeit, an den Entwicklungen der Börse zu partizipieren. Einzelwerte müssen nicht beobachtet werden, denn dies übernimmt ein Fondsmanager für die Kunden. Neben dem Ausgabeaufschlag fallen für die Verwaltung der Fonds zusätzliche Verwaltungsgebühren an.

Der Vertrieb von Investmentfonds findet sowohl über Banken als auch über freie Vermittler statt. Die Kosten hierfür werden unter anderem über den Ausgabeaufschlag abgedeckt. Dieser wird dann entweder in voller Höhe oder zu einem gewissen Prozentsatz an den Vertrieb weitergereicht.

Ausgabeaufschläge zwischen 0 und 5 Prozent sind üblich

Die Höhe richtet sich nach der Beratungsintensität, sie liegt je nach Risikoeinschätzung des Fonds zwischen 0% und 5%. Der Aufschlag für Aktienfonds ist hierbei der höchste, beim Erwerb dieser Fonds sind in aller Regel 5% zu zahlen. Aktienfonds bieten sowohl hohe Chancen als auch hohe Risiken. Der Berater muss den Kunden daher vor dem Kauf dieses Fonds ausführlich beraten. Als Grundlage dienen hierbei die Angaben nach dem Wertpapierhandelsgesetz. Somit ist eine Einschätzung des Kunden und seiner Risikoeinstellung möglich. Rentenfonds hingegen kosten zwischen 2,5% und 4%. Sie weisen ein geringere Kursschwankungen und somit ein geringeres Risiko auf. Lediglich Geldmarktfonds werden ohne Ausgabeaufschlag verkauft. Der Grund hierfür liegt in der Kurzfristigkeit der Anlage und der geringen Beratungsleistung, denn Kursverluste können hier nicht auftreten.

Ausgabeaufschlag deckt Kosten des Vertriebs

Da der Ausgabeaufschlag in erster Linie die Kosten für den Vertrieb beinhaltet, findet man bei Direktbanken oft hohe Rabatte. Diese können sogar bis 100% betragen, man kauft die Fonds dort also ohne Ausgabeaufschlag. In einigen Fällen ist dann jedoch die jährlich zu zahlende Verwaltungsgebühr höher.

Die Höhe des Ausgabeaufschlages findet man im jeweiligen Fondsportrait oder aber in den Fondskursen. Jede Fondsgesellschaft weist für Investmentfonds zwei verschiedene Preise aus. Dies ist zum einen der Ausgabepreis, also der Preis, den der Kunde für den Kauf eines Anteils zahlen muss. Dieser Preis ist höher als der Rücknahmepreis (der Preis, den der Kunde beim Verkauf des Fonds erzielt), denn er beinhaltet den Ausgabeaufschlag.

Zusammenfassung:

Ein „Ausgabeaufschlag“ wird oft beim Kauf von Investmentfonds erhoben. Die Fondsgesellschaften nutzen diese Gebühr, um die Kosten des Vertriebs zu decken. Je günstiger der Vertriebsweg des Fonds, desto günstiger ist in der Regel auch der Ausgabeaufschlag. Onlinebroker verkaufen beispielsweise viele Fonds mit reduzierten Ausgabeaufschlägen und Fondsprodukte des eigenen Hauses zum Teil gänzlich ohne Ausgabeaufschlag. Der Ausgabeaufschlag wird nur einmalig – beim Kauf der Fondsanteile fällig und variiert zwischen 0 und knapp 10 Prozent. Bei Fonds mit hohen Ausgabeaufschlägen und konservativer Strategie ist zu bedenken, daß oft ein langer Zeitraum benötigt wird, um den Aufschlag zu decken und das Investment mit attraktiver Rendite beenden zu können. Fonds mit hohen Ausgabeaufschlägen und moderatem Renditeziel sind für kurz- bis mittelfristige agierende Anleger denkbar ungeeignet.

Sebastian Fiebiger: Hast Du Fragen zum Ausgabeaufschlag? Ist etwas unklar geblieben? Dann frag uns! Direkt unter diesem Artikel, in den Kommentaren. Wir freuen uns auch über Ergänzungen, Korrekturen oder persönliche Erfahrungen. Du hilfst damit auch anderen Lesern.

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