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Importierte Inflation – Definition und Beispiele

Was versteht man unter importierter Inflation? Wie kann ein Land die Inflation aus anderen Nationen importieren und was kann dagegen unternommen werden?

Importierte Inflation kann durch Abwertung der eigenen Währung entstehen

Importierte Inflation kann durch Abwertung der eigenen Währung entstehen (Foto: SujaImages | Shutterstock)

Die Inflation im Allgemeinen bezeichnet nach dem lateinischen Wortstamm ein Aufblasen oder Aufschwellen, im finanziellen Sinne kann man sie als Geldentwertung verstehen. Der so genannte Warenkorb dient unter anderem dazu, den Wert des Geldes m Vergleich zu verschiedenen Gütern zu erfassen und etwaige Veränderungen feststellen zu können. Ursachen für eine Inflation können beispielsweise eine Zunahme der Geldmenge oder ein Sinken des Handelsvolumens sein. Inflationen treten natürlich nicht nur im Eigenen, sondern auch in anderen Ländern auf und können nun, wie der Begriff schon sagt, importiert werden.

Importierte Inflation durch Rohöl-Export

Dies kann dadurch geschehen, dass in einem Land, das Rohöl exportiert, die Preise für selbiges im hohen Maße ansteigen. Wenn ein anderes Land, in dem bisher eine normale Preisentwicklung herrschte, dieses importiert, muss es die höheren Preise zahlen und wird sie an die Kunden weitergeben.

Dies hat selbstredend einen Kostenanstieg all dieser Güter, und vor allem bei wichtigen Gütern, einen allgemeinen Kostenanstieg zur Folge.

Importierte Inflation durch Abwertung der Währung

Ein weiterer Grund könnte die Abwertung der eigenen Währung sein. Dadurch steigen die Importpreise für dieses Land und das Preisniveau ebenfalls. Um eine typische importierte Inflation handelt es sich in diesem Fall allerdings nicht, da das Ausland nicht unbedingt beteiligt sein muss.

Maßnahmen gegen importierte Inflation

Maßnahmen, die eine importierte Inflation verhindern, gibt es im Gegensatz zur normalen Inflation nicht. Da es in Europa allerdings die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion gibt, existiert dieses Problem nicht mehr in dem Maße. Die Maastricht-Kriterien legen fest, dass neue Mitgliedsländer die durchschnittliche Inflationsrate der drei stabilsten Mitgliedsländer nicht um mehr als 1,5% überschreiten dürfen. Weiterhin können importierte Inflationen allerdings noch im Handel mit Ländern außerhalb der EU entstehen.

Sebastian Fiebiger: Hast Du Angst vor Inflation? Oder hältst Du die Deflation für die größere Gefahr? Schreib uns Deine Meinung, Fragen und Ergänzungen! Wir freuen uns über Dein Feedback – direkt in den Kommentaren, unter diesem Artikel. Du hilfst damit auch anderen Lesern.

2 Kommentare
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Kommentare:
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  • 🕝 Martin Hark

    Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Ich habe mich jüngst mit demselben Thema beschäftig. Es stellte sich mir die Frage ob eine hohe Inflation (Hyperinflation) oder eine Deflation schlimmer ist. Betrachtet man die Inflation, so wird man schnell feststellen, dass ein gewisses Maß für die Wirtschaft gesund ist. Steigt diese jedoch über eine gewisse Höhe (Hyperinflation) so ist sie immens bedrohlich. In einer gesunden Wirtschaft wird es immer Konjunkturzyklen geben. Je nach Zyklus herrscht entweder eine Inflation oder Deflation vor. Erst der Eingriff seitens der Staaten / Zentralbanken mithilfe der Geldpolitik führt zum ausufern beider Seiten. Die Ursache für eine hohe Inflation (Hyperinflation) wird immer in der Geldpolitik gelegt. Eine normale und gesunde Deflationsphase (Wirtschaftsabschwung) wird in der Regel nicht zugelassen. Die Zentralbanken versuchen diese Phase mit der Geldpolitik zu umgehen. Die daraus resultierende expansive Geldpolitik stellt die Grundlage für eine Hyperinflation dar. Einer sehr hohen Inflationsphase geht somit meist eine Deflationsphase voraus, auch wenn diese durch die expansive Geldpolitik oftmals nicht zu sehen ist. Ob eine jetzt Deflationsphase oder eine hohe Inflationsphase schlimmer ist, kann meiner Meinung nicht eindeutig beantwortet werden. Bei einer Hyperinflation kann ein Neustart (in der Regel ein Währungsneustart) schneller vonstattengehen. Die Auswirkungen finden hierbei in einem sehr kurzen Zeitfenster statt. Das Endergebnis einer Deflation ist meist nichts anderes … jedoch wird der Crash in der Regel nach hinten verschoben …

  • 🕝 Bernd

    Alle Menschen haben ein Recht darauf fair behandelt zu werden. Schuldner profitieren von Inflation, Sparer von Deflation. Da aber alle Menschen die gleichen Rechte haben, sollte es absolute Geldwertstabilität geben. Natürlich gibt es Konjunkturzyklen, aber langfristig solten die Nettozinsen die Inflation zu 100% kompensieren.

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